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Vergleich des CO2-Fußabdrucks: Welche Bezugsgröße motiviert?

Vermutlich kennst Du diese Situation so oder in ähnlicher Form: als Kind kommst Du aus der Schule, berichtest von der Note der letzten Mathearbeit und egal ob diese aus Sicht Deiner Eltern nun gut oder schlecht war – die Frage, welche Noten Deine Mitschüler haben ist in der Regel vorprogrammiert. Der klassische Vergleich. Er hilft uns, Dinge einzuordnen und in Relation zu setzen. Du fragst Dich, was das mit Codyo zu tun hat?

Das ist simpel: Codyo soll Dich motivieren, für das Klima aktiv zu werden und durch Verhaltensänderungen Deinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. In meinen Gesprächen mit Testern hörte ich allerdings oft, dass die Ausweisung der Einsparung als CO2 in Kilogramm den wenigsten etwas sagt – geschweige denn motivierend wirkt. Die große Mehrzahl fragt sich: Wo stehe ich mit meinem CO2-Fußabdruck von 10,3 Tonnen? Ist das jetzt gut oder weniger gut? Und wie viel sind 6,7 kg CO2-Einsparung? Die Einordnung und Relation fehlt komplett. CO2 ist ein Gas und für fast niemanden greifbar.

Die Lösung: ein Vergleich des CO2-Fußabdrucks. Eine Größenordnung. Vielleicht sogar visuell. Das könnte helfen. Die Frage, die sich allerdings stellt ist ebenso offensichtlich: Womit vergleichen? Was wirkt motivierend und nicht ernüchternd?

Vergleich CO2-Fußabdruck - Motivation 2

CO2-Fußabdrücke pro Kopf in Deutschland und Europa sind naheliegend aber wenig motivierend

Zu den Möglichkeiten des Vergleichs hörte ich in meinen Gesprächen mit Testern unterschiedliche Ideen sowie Wünsche und habe diese durch Recherche und eigene Überlegungen angereichert. Es wird deutlich, dass unterschiedliche Dimensionen für einen Vergleich interessant sind:

Eine Testergruppe zieht statistische Daten vor, das heißt verfügbare Durchschnittwerte. Das Naheliegende: der durchschnittliche CO2-Fußabdruck pro Kopf in Deutschland, welcher 2017 bei 11,3 Tonnen lag. Mein aktueller CO2-Fußabdruck liegt bei etwa 9 Tonnen – da erscheint mir ein Vergleich zu 11,3 Tonnen wenig motivierend, um wirklich aktiv zu werden.

Alternativ könnte man auf die europäische Ebene schauen, wo der Durchschnitt der pro Kopf CO2-Emissionen im gleichen Jahr bei 8,8 Tonnen lag. Für mich persönlich wäre das ein kleiner Anreiz, meinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Denn wer ist schon gerne schlechter als der Durchschnitt? Viel müsste ich dazu jedoch nicht tun. Gleichzeitig frage ich mich: Ist das wirklich die richtige Motivation? Nicht schlechter zu sein als der Durchschnitt?

Vergleich CO2-Fußabdruck - Motivation 3

Ein machbarer und zugleich fordernder Vergleich muss her

Es bliebe noch der Blick auf die Weltbevölkerung. Hier lag der durchschnittliche CO2-Fußabdruck in 2018 bei 4,8 Tonnen pro Kopf. Wie erwartet sehe ich dagegen ziemlich alt aus. Oder ist es ein machbares Ziel ohne mein Leben komplett auf links krempeln zu müssen?

Wenn ich zuletzt noch auf den erlaubten CO2-Fußabdruck pro Kopf von maximal 2 Tonnen pro Jahr schaue, die erforderlich sind um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen, erhält meine Motivation einen richtigen Dämpfer. Denn seien wir ehrlich: von dem was ich bisher über die Einflussparameter des CO2-Fußabdrucks und die Möglichkeiten der Einsparungen gelernt habe, erscheint das aussichtslos.

Dazu fällt mir die Idee einer Testerin ein, die sich bereits intensiv mit ihrem CO2-Fußabdruck und der Reduzierung dessen auseinander setzt: Ein machbares Ziel bzw. realistischer Vergleich sei aus ihrer Sicht motivierender. Sie nannte es den Vergleich zu einem normalen Europäer und wo dieser sich realistischer Weise im Hinblick auf seinen CO2-Fußabdruck hinbewegen könnte und sollte, um sein Bestes für die Erreichung der Klimaziele zu tun. Ein durchaus interessanter Ansatz wie ich finde. Aber auch hier: Welcher CO2-Wert sollte das sein?

Vergleich CO2-Fußabdruck - Motivation 4

Vergleich des CO2-Fußabdrucks irgendwo zwischen statistischen Daten und sozialem Netzwerk

Die andere Testergruppe zieht den Vergleich mit ihrem Netzwerk den öffentlich verfügbaren Durchschnittswerten vor. Sie will wissen: wo stehen meine Freunde, Familie und Kollegen im Hinblick auf ihren CO2-Fußabdruck? Darin sehen sie die Möglichkeit, sich gegenseitig zu messen und somit zu motivieren.

Ich bin unsicher. Hilft Dir der Vergleich Dich zu motivieren? Mit welchem CO2-Fußabdruck möchtest Du Dich messen?

Quellen:

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