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CO2-Fasten: Ausreden gegen Klimabewusstsein sind vielfältig

Wenn ich mich an meine Challenge zum CO2-Fasten erinnere, stolpere ich direkt über meine Ausreden. Damals noch bezeichnet als „gute“ Gründe etwas nicht zu tun. Aber sind wir mal ehrlich: es waren, sind und bleiben Ausreden. Unsere Klima-App Codyo spornt mich an,  meine Ausreden zu überwinden und klimabewusstes Verhalten bei alltäglichen Entscheidungen in den Vordergrund zu rücken. Jetzt konzentriere mich darauf, Wege statt Ausreden zu finden, um so langfristig ein CO2-sparendes Leben zu führen.

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Ausreden.

Jeder von uns kennt sie für verschiedene Situationen im Alltag. Ausreden. Was mir auffällt: Wenn ich mit Leuten darüber spreche, warum sie nicht die klimafreundliche Variante wählen, scheinen die Ausreden gegen CO2-Fasten besonders vielfältig – und besonders stark. Meine persönliche Top-Ausrede: das Leben mit Kleinkind und Berufstätigkeit.

Falls Du selber Kinder hast, weißt Du: Mit Kleinkind sind viele Dinge des Alltags komplizierter, aufwendiger und Zeit ein kostbarer Faktor. „Mit dem Rad fahren ist mir echt zu aufwendig und kostet Zeit, die ich nicht habe“ sagte mein altes Ich. Heute fahre ich jeden Tag mit dem Lastenrad anstelle des Diesels – und meine Tochter und ich finden es toll! Hinzu kommt das Wissen: mit meiner täglichen Tour von 18 km reduziere ich auf das Jahr gesehen meinen Fußabdruck um etwa 700 kg CO2-Äquivalente. Diese Aussicht motiviert mich. Und „aber es regnet“, „aber es ist zu heiß“, „aber ich muss noch einkaufen“ oder „aber ich bin spät dran“ haben keine Chance. Denn: Zeit spare ich mit dem Auto in der Stadt genauso wenig wie Du.

Vielfältige Lebensumstände als Argument gegen das CO2-Fasten

Sogar aus meinem persönlichen Umfeld habe ich gespiegelt bekommen „Du bist berufstätige Mama einer 3-Jährigen. Dein Alltag ist bestimmt schon stressig genug. Nutz halt den Trockner statt die Wäsche aufzuhängen.“ Hervorragende Ausrede. Und das Verständnis für Ausreden im Kontext von Klimabewusstsein scheint groß.

Zugegeben: so richtig viele CO2-Emissionen spare ich mit gut 800 Gramm pro Trockenvorgang nicht gerade. Aber auch hier gilt: Kleinvieh macht auch Mist. Bei drei Wäschen pro Woche, lande ich so auf das Jahr gesehen bei knapp 125 kg. Das ist doch was?! Darum habe ich mir angewöhnt auch diese Ausrede geflissentlich zu ignorieren und ihr so die Kraft zu nehmen. Die Wäsche hänge ich nun gemeinsam mit meiner Tochter auf und noch hat sie mehr Spaß daran als ich – mal sehen wie lange noch.

Ich denke jeder von uns hat bestimmte Lebensumstände, die als Ausrede herangezogen werden können, Verhaltensweisen nicht anzupassen. „Ich mache das schon immer so“ – die perfekte Ausrede, um auch ja nichts ändern zu müssen. Aber wenn das alle machen…?

Die nächste Ausrede gegen CO2-Fasten: „Damit rette ich alleine die Welt auch nicht“

Richtig! Aber sollten wir uns darum einfach alle schlafen legen und nichts tun? „Wieso ich? Das können doch die anderen machen“ ist eine weitere hervorragende Ausrede. Und so schön allgemeingültig, dass sie zu fast allem passt. Ähnlich verhält es sich auch mit „Ich brauche das aber wirklich“. Wusstest Du, dass etwa 2 Tonnen des durchschnittlichen  CO2-Fußabdrucks  eines Deutschen durch Konsum, sprich den Kauf von Elektronik, Kleidung und Möbeln verursacht werden? Bei elektronischen Geräten kommen zusätzlich CO2-Emissionen durch die Nutzung zustande. Ein ziemlicher Hebel, bei dem man sich doch durchaus Mal fragen sollte „Brauche ich das jetzt wirklich, wirklich? Oder reicht vielleicht doch ein Fernseher statt zwei?“

Wenn Ausnahmen zur Regel werden

„Ich muss mir auch mal was gönnen“. Bitte nicht falsch verstehen: Mal was gönnen ist wichtig und richtig – mit wachem Auge und (Klima-)Bewusstsein. Aber allzu oft meinen wir mit „Mal“ auch heute, morgen, übermorgen – und am besten die Tage darauf auch. Sich was gönnen kann dann beispielsweise der tägliche Lieferservice sein. Oder die 15. Jeans. Oder das neue IPhone – obwohl das Letzte gerade zwei Jahre alt ist und seinen Dienst noch ohne Probleme tut. Schnell wird aus dem „mal“ ein „immer“ und schwups ist es zur Gewohnheit geworden. Und wir sind nun Mal alle Gewohnheitstiere – der einer mehr, der andere weniger.

Sich selber auszutricksen, ist dann manchmal gar nicht so einfach – aber es lohnt sich. Ausreden, die erst noch allmächtig und unüberwindbar wirken, lassen sich hervorragend entkräften. Einfach, indem man sie ignoriert,  Dinge trotzdem tut oder bewusst unterlässt und so Gewohnheiten langsam ändert. Und rückblickend fragt man sich dann „Das war meine Ausrede? Darum habe ich das nicht gemacht?“

Ich persönliche schmunzle mittlerweile über die „guten Gründe“ meines alten Ichs und habe festgestellt: Sich die Ausreden bewusst zu machen (z.B. durch Aufschreiben) ist der Anfang. Es nimmt ihnen bereits etwas Macht. Welche Ausrede hindert Dich daran Dich klimabewusster zu verhalten? Schreib sie auf und finde einen Weg!

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